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Wie wird man SAP-Berater?

Aktualisiert: Okt 4

Berater mit SAP-Kenntnissen sind sehr gefragt und nicht leicht zu finden. Aufgrund des Mangels an qualifizierten und erfahrenen SAP-Experten bietet das SAP-Beratungsumfeld im Vergleich zu anderen Positionen in der IT-Beratung den Vorteil einer hohen Bezahlung und einer hervorragenden Karriereentwicklung. Fachkundige SAP-Berater sind auf dem Jobmarkt sehr gefragt und haben in der Regel keine Probleme, einen abwechslungsreichen und fordernden Job zu finden.


Wenn du dich für einen Berufseinstieg als SAP-Berater interessierst oder dich beruflich verändern möchtest, dann beantwortet dir dieser Artikel alle wichtigen Fragen rund um den Einstieg und Arbeitsalltag als SAP-Berater.


Was genau ist eigentlich SAP ERP?


Die erfolgreiche Führung eines Unternehmens ist eng mit Verwaltungsarbeit und vielen organisatorischen Tätigkeiten verbunden. Hierzu zählt z. B. die Koordinierung aller Prozesse, die für die Bereitstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung erforderlich sind sowie die Aufbewahrung aller Unterlagen, die für die Einhaltung länderspezifischer rechtlicher Anforderungen benötigt werden.

Diese höchst administrativen Tätigkeiten wurden in der Vergangenheit manuell ausgeführt, wodurch enorme Kapazitäten gebunden und Kosten verursacht wurden. Moderne ERP-Software, wie SAP, übernimmt all diese Aufgaben, wodurch diese Prozesse automatisiert im Hintergrund ablaufen.


Die SAP ist ein in Deutschland ansässiges Softwareunternehmen und weltweit führender Anbieter von Software für die Steuerung von Geschäftsprozessen, sogenannten ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning).


Mit der Einführung der Lösungen SAP R/2 und SAP R/3 etablierte SAP einen globalen Standard für ERP-Software. Das ERP-System von SAP ist heute das weltweit am häufigsten verwendete. Es unterstützt das Unternehmen bei der effizienten Verwaltung von End-to-End-Aktivitäten.


Die aktuelle Lösung, SAP S/4HANA, ist die neueste Generation der ERP-Software von SAP. SAP S/4HANA ist eine intelligente Suite, die alle Anwendungen für die verschiedenen Geschäftsbereiche eines Unternehmens auf einer digitalen Plattform miteinander verbindet.


Sie kann auch neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen einbeziehen und bietet somit neue Möglichkeiten um Unternehmensdaten besser zu verwalten und auszuwerten.



SAP ERP Release Entwicklung
Zeitliche Entwicklung des SAP ERP Systems

Wesentliche ERP-Systeme des deutschen Software-Unternehmens SAP SE im Überblick


Die Produkte von SAP sind so konzipiert, dass sie allen Prozess-Anforderungen von Unternehmen gerecht werden. Daher sind SAP-Lösungen im Prinzip für alle Unternehmen interessant, unabhängig von Größe und Branche.


Zu den 388.000 Unternehmen, die SAP nutzen, gehören in erster Linie große Konzerne (94 % der 500 größten Unternehmen der Welt sind SAP-Kunden), aber auch viele kleine und mittlere Unternehmen (KMUs).


Da rund 77 Prozent aller Geschäftsvorgänge weltweit über ein SAP-System abgewickelt werden, ist es nicht verwunderlich, dass SAP-Berater sehr gefragt sind.


Die Software des SAP-Konzerns muss stets auf dem neuesten Stand gehalten und an die sich verändernden Prozesse der modernen Geschäftswelt angepasst werden. Die Chancen stehen damit sehr gut, als SAP-Berater einen sicheren Arbeitsplatz und gute Gehaltsaussichten für die nächsten Jahrzehnte zu haben.


Was macht ein SAP-Berater?


Wie der Name bereits impliziert, ist ein SAP-Berater auf das am häufigsten verwendete ERP-System, nämlich das von SAP, spezialisiert. Er verfügt über die notwendige Expertise im Umgang mit den unterschiedlichsten SAP-Anwendungen und passt diese an die individuellen Geschäftsprozesse des jeweiligen Kunden an.


Seine Hauptaufgabe liegt in der Implementierung der SAP-Lösung im Unternehmen sowie der anschließenden Schulung der Mitarbeiter, die täglich mit dem System umgehen müssen.


Ein SAP-Berater arbeitet also an der Schnittstelle zwischen IT und Fachbereich und muss daher das nötige Verständnis für betriebswirtschaftliche Prozesse sowie der zugrunde liegenden IT-Landschaft haben.


Gerade in S/4HANA-Transformationsprojekten wollen viele Unternehmen auch ihre Geschäftsprozesse neugestalten und Systemkonfigurationen optimieren. Bei dieser Art von Projekten ist der SAP-Berater natürlich ein gefragter Helfer, denn er kennt sich mit einer Vielzahl von SAP-Modulen aus und kann Kernprozesse, Organisationsstrukturen, Bewegungs- und Stammdaten im System aufsetzen und deren Integration den verschiedenen Stakeholdern in Workshops erklären.


Gute SAP-Berater wissen nicht nur, wie etwas funktioniert, sondern auch warum. Sie kennen sehr individuell entwickelte SAP-Systeme von Großkonzernen, aber auch den SAP-Standard und Best-Practice Ansätze. Indem sie ihr Expertenwissen über das jeweilige Modul oder Thema einsetzen, helfen sie ihren Kunden, eine bessere Leistung im Unternehmen zu erzielen.


Grundsätzlich kann man zwischen vier verschiedenen Arten von SAP-Beratern unterscheiden:


  1. SAP-Verkaufsberater müssen kein spezifisches Fachwissen über die verschiedenen SAP-Module haben. Die eigentliche Aufgabe dieses Beratertyps besteht darin, Kunden zu gewinnen und sie über die Vorteile einer SAP-Einführung aufzuklären.

  2. SAP-Funktionsberater sprechen mit den Kunden über deren Bedürfnisse und Anforderungen. Sie sind für die Konfiguration von realen Szenarien in der SAP-Software zuständig. Sie konfigurieren zum Beispiel verschiedene Verkaufsorganisationen, Länder, Währungen usw.

  3. SAP-Developer/Technische Berater passen die SAP-ABAP-Software nach den Vorgaben der Kunden an. Technische SAP-Berater sind für die Entwicklung neuer SAP-Geschäftsanwendungen oder die Verbesserung von SAP-Software zuständig. Developer sind für die Codierung von JAVA- und ABAP-Programmen zuständig.

  4. SAP-Basisberater/Netzwerkadministrator konzentrieren sich auf das Netzwerkmanagement und netzwerkbezogene SAP-Konfigurationen wie Netzwerkkontrolle, Serverwartung oder Benutzerverwaltung.


Warum sind SAP-Berater so gefragt?


Vor allem die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft treibt die Nachfrage nach SAP-Beratern immer weiter in die Höhe. Dies zeigt sich insbesondere an der Vielzahl laufender Projekte, die auf effizientere Unternehmensprozesse abzielen. Da solche Prozesse durch gut funktionierende ERP-Systeme automatisiert werden können, kommen SAP-Berater immer häufiger zum Einsatz.


Ein weiterer Faktor, der für eine gesteigerte Nachfrage nach fähigen SAP-Beratern sorgt, ist die Umstellung auf das neue SAP S/4HANA System. Bis 2027 müssen alle Unternehmen von ihrem alten SAP-System auf das neue und verbesserte SAP S/4HANA-System umsteigen.


Denn ab diesem Zeitpunkt werden ältere Systeme, wie das derzeit noch weit verbreitete R/3-System, nicht mehr von der SAP unterstützt. Obwohl das Jahr 2027 noch einige Jahre entfernt ist, steigt die Nachfrage nach Beratern, die die Umstellung auf S/4HANA begleiten.


Die Corona-Krise hat die Nachfragesituation noch einmal deutlich verschärft. Viele Unternehmen haben ihre S/4 Transformation während Corona vorerst gestoppt oder nach hinten verschoben.


Hierdurch wird es in den kommenden Jahren bis 2027 zu einem regelrechten Stau an Projekten kommen, welcher den Bedarf und damit auch die Jobaussichten für SAP-Berater drastisch erhöht.


Welche Voraussetzungen muss ich für eine Karriere als SAP-Berater mitbringen?


Die Ausbildung zum SAP-Berater ist deine Eintrittskarte zu einer großen und sehr gut bezahlten Karriere.


Wenn du über die erforderlichen technischen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten verfügst, kannst du es weit bringen.


Um als SAP-Berater erfolgreich zu sein benötigst du drei Kerneigenschaften:

  1. Du solltest ein sehr gutes Verständnis von Unternehmensprozessen (insbesondere buchhalterische Transaktionen) haben,

  2. Du solltest ein sehr gutes Verständnis der technischen Möglichkeiten und Funktionalität des SAP-Systems haben,

  3. Und du solltest sehr gute Kommunikationsfähigkeiten aufweisen um gemeinsam mit deinen Kunden Projekte erfolgreich voranzutreiben.

Wenn du diese drei Voraussetzungen erfüllst, kannst du eine erfolgreiche und höchst lukrative Karriere im SAP Umfeld starten.


Das SAP ERP System selbst ist in verschiedene Module unterteilt, die eigene Bereiche der Unternehmensprozesse abbilden. Üblicherweise spezialisiert sich ein SAP-Berater meist auf ein oder mehrere Module.


Ein guter SAP-Berater muss nicht die technischen Details aller Module kennen. Die Auswahl deines Fokusmoduls kann auch deine bisher gesammelten Erfahrungen widerspiegeln oder erweitern.


Wenn du z.B. bereits Erfahrungen im Bereich Finanzen und Controlling gesammelt hast, macht es durchaus Sinn, sich zunächst auf die Module SAP FI und SAP CO zu spezialisieren. Insgesamt gibt es momentan folgende Module, die bei einem Unternehmen zum Einsatz kommen können:

  • SAP FI Modul fürs Finanzwesen

  • SAP CO fürs Controlling

  • SAP SD für den Vertrieb

  • SAP PP für die Produktionsplanung

  • SAP MM für die Materialwirtschaft

  • SAP QM fürs Qualitätsmanagement

  • SAP HCM für die Personalwirtschaft

  • SAP PS für Projektsysteme

  • SAP CRM fürs Customer-Relationship-Management

  • SAP SRM fürs Supplier-Relationship-Management

  • SAP BW fürs Business Warehouse (oder auch Data Warehouse)


Wie kann ich als Quereinsteiger SAP-Berater werden?


Es gibt viele Wege, wie ein Quereinsteiger in die faszinierende Welt der SAP Beratung einsteigen kann. Nachfolgend sind einige der häufigsten Wege aufgeführt, wie man SAP-Berater werden kann.


Zunächst einmal solltest du dir ein SAP Modul aussuchen, das eventuell deine bisherigen Interessen und Stärken widerspiegelt. Im Allgemeinen empfiehlt es sich jedoch mit dem Modul SAP FI und SAP CO zu beginnen, da diese Module bei allen größeren Unternehmen im Einsatz sind und die Herzkammer des ERP-Systems bilden.


Jedes Modul ist unterteilt in eine Anwenderseite - also die Sicht, die ein Anwender (z.B. ein Buchhalter) verwendet, sowie die Customizing-Sicht - die Sicht, die ein SAP Experte verwendet um das System an die Gegebenheiten des Unternehmens anzupassen.


Es empfiehlt sich zunächst theoretisches Wissen im Bereich der Anwendersicht aufzubauen, um die fachlichen und prozessualen Zusammenhänge zu verstehen. Hierzu solltest du zunächst Anwenderbücher deines gewählten Moduls lesen. Sobald du die Anwenderseite verstanden hast, empfiehlt es sich mit Büchern, die sich mit dem Customizing deines Moduls beschäftigen, fortzufahren.


Dies ermöglicht es dir die zugrunde liegenden Einstellungsmöglichkeiten des entsprechenden SAP Moduls zu verstehen.


Für das Modul SAP FI empfehle ich zunächst das FI-Anwenderbuch und anschließend das FI-Customizing-Buch zu lesen. Im Bereich SAP CO, empfehle ich das CO-Anwenderbuch und das CO-Customizing-Buch zu lesen. Für alle weitere SAP Module, solltest du auf der Rheinwerk-Seite nach entsprechenden Büchern schauen. Der Rheinwerk-Verlag hat sich als Golden Standard der SAP Literatur etabliert.


SAP Zertifizierung als “Proof-of-Knowledge”


Nachdem du dir theoretisches Wissen im Anwender- und Customizing-Bereich angeeignet hast, solltest du dich auf eine Zertifizierung in deinem Modul vorbereiten. Die SAP ermöglicht es Beratern eine Zertifizierung in jedem ihrer Module zu absolvieren.


Eine SAP Zertifizierung gilt als sehr angesehen im Markt und wird als “Proof-of-Knowledge” betrachtet. Die SAP Zertifizierung kannst du sowohl online als auch in einem Schulungszentrum absolvieren. Aufgrund der geringen Anzahl an zertifizierten SAP-Berater, wird dein Marktwert durch das erfolgreiche Absolvieren der Zertifizierung spürbar steigen.


Praktische Erfahrung in einer SAP Beratung sammeln


Damit du nicht komplett als selbstständiger SAP-Berater ins kalte Wasser springen musst, empfiehlt es sich zunächst in einer SAP Beratung praktische Erfahrung zu sammeln. In einer SAP Beratung kannst du dann als Teil eines Transformationsteams dein gesammeltes Wissen anwenden und praktisch vertiefen. Auf diesen Projekten wirst du merken, dass der Beruf des SAP-Beraters sehr abwechslungsreich ist und du dich kontinuierlich weiterbilden kannst.


Mein Weg zum erfolgreichen SAP-Berater bei VISUS Advisory


Bevor ich als SAP-Berater gearbeitet habe, war ich selber als strategischer Berater tätig. Da ich mich gerne technisch vertiefen wollte, um meinen Kunden nach der Konzeptphase auch bei der Implementierung zu unterstützen, entschied ich mich für die SAP Beratungslaufbahn.


Mein Weg führte mich schnell zu VISUS Advisory, einer Beratungs-Boutique im Bereich SAP Transformation und Data Analytics. VISUS unterstützt auch Quereinsteiger wie mich bei der Entwicklung zu einem SAP-Berater.


Bei meinem Einstieg durfte ich mich für zwei Fokusmodule entscheiden. Aufgrund meiner bisher gesammelten Erfahrungen in der Prozessberatung habe ich mich auf die Module SAP FI und CO spezialisiert - dem Kern eines jeden SAP Systems.


Bei VISUS erhielt ich drei Monate Zeit um mich in die theoretischen Anwendungs- und Customizing-Grundlagen einzulesen. In wöchentlichen Abstimmungsterminen mit den erfahrenen Geschäftsführern konnte ich Fragen zu den gelernten Thematiken stellen und habe hilfreiche Tipps erhalten. Nach Abschluss meiner dreimonatigen Theoriephase stand die SAP Zertifizierungsprüfung an, welche ich erfolgreich bestanden habe.


Nach der bestandenen Zertifizierung ging es für mich sofort weiter. Innerhalb von zwei Wochen wurde ich auf mein erstes Projekt bei einem DAX-Konzern geschickt. Seitdem lerne ich jeden Tag dazu und erhalte das Gefühl einen wirklichen Mehrwert bei meinen Kunden zu leisten.


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